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In der Helmschau werden die „historisch-ritterlichen" Ausrüstungsteile durch die beiden erstgenannten Mitglieder des Turniergerichtes in Form von Oculi (Augen, Punkte) bewertet. Ziel ist, möglichst gleiche Wettkampf-Bedingungen zu schaffen und einen Anreiz für eine sorgfältig zusammengestellte Aus-rüstung zu bieten. Die Helmschau findet im Anschluß an die Turniervorbesprechung statt. Es gibt pro Veranstaltung nur eine Helmschau, auch wenn mehrere Turniere geritten werden (z.B. bei einem Wochenende jeweils am Samstag und am Sonntag ein Turnier). In diesem Fall wird für jedes Turnier der in der Helmschau erreichte Punktwert zu den im Turnier errittenen Oculi addiert. Verändert ein Ritter vor bzw. während eines Turnieres oder in einem der Folgeturniere der gleichen Veranstaltung seine Ausrüstung, so ist dies dem Turniergericht unaufgefordert und unmittelbar mitzuteilen, wenn dies Auswirkungen auf den in der Helmschau erreichten Punktwert hat, damit dieser den veränderten Bedingungen angepaßt werden kann. Sofern nicht anders vermerkt, müssen die unten genannten Gegenstände in allen Exercitien des Turniers getragen werden. Als Bewertungskriterien gelten sowohl das jeweilige Handicap als auch historische Gesichtspunkte, d.h. bei letzteren werden in vereinfachter Form zeitliche, regionale und soziale Elemente berücksichtigt. Die folgende Auflistung gibt also eine Kombination beider Kriterien wieder.
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Punktedefinitionen

Tabelle 1: Helme


Helme<//link>
Oculi

... historisch korrekt
4

Topfhelm
+6

andere gechlossende Helme
+4

Nasalhelm
+2

ganz offene Helme

 

Tabelle 2: Kettenmaterial


Kettenhaube
3

Kettenhemd
6

..., kurzer Ärmel
+0

..., langer Ärmel
+2

..., über die Knie
+1

Kettenbeinlinge
3

Kettenhandschuhe
2


 

Tabelle 3: Plattenbesatz

Armschiene
2

Beinschienen
2

Ellenbogelkachel
1

Kniekachel
1

Plattenhandschuhe
2

 

Tabelle 4: Waffen

Schild, bei Einritt getragen
1

... mit korrektem Wappen
+1

... am Arm (pro Exercitium)
+2

Bannerlanze, bei Einritt getragen
1

... mit korrektem Wappen
+1

Schwert, bei Einritt
1

... in Schwertscheide am Gürtel
+1

Ringlanze

 

Tabelle 5: Sonstiges

Lederhandschuhe
1

Waffenrock
1

... mit korrektem Wappen
+1

Couvertiure
2

... mit Kopfteil
+2

... mit korrektem Wappen
+2



Ausrüstungsteile, die hier nicht aufgeführt sind (z.B. Plattenharnisch), werden bei weitgehender historischer Korrektheit mit Punkten vergleichbarer Gegenstände bewertet.Achtung: Die Ausrüstungsteile werden nur bewertet, wenn sie in der Helmschau vorgeführt wurden und im Turnier verwendet werden!

Erläuterungen


Die jeweilige Ausrüstung sollte der gewählten „Ritter-Persönlichkeit" so weit wie möglich entsprechen, wobei nicht vergessen werden darf, daß viele mittelalterliche Zeugnisse ritterlicher Personen nicht zeitgenössisch sondern erst viel später entstanden sind (gilt z.B. für viele Darstellungen im Codex Manesse). Um Mißverständnissen bei einigen Ausrüstungsgegenständen vorzubeugen, werden diese im folgenden definiert. Bei Abweichungen von diesen Definitionen entscheidet das Turniergericht insbesondere die für den historischen Teil zuständige Person, ob diese Ausrüstungsteile gar nicht oder mit weniger Oculi bewertet werden (z.B. Kettenhaube nicht aus einem Stück, sondern lediglich am Helm befestigt). Weiterhin kann das Turniergericht für entsprechende Ausrüstungsgegenstände mehr oder weniger Punkte vergeben, wenn es sich beispielsweise um eine besonders detailgetreue oder aber sehr schlecht angefertigte Ausrüstung (z.B. aufgesprühtes oder geklebtes Wappen, sehr große oder extrem dünne Ringe bei den Kettenteilen) handelt.
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Der Helm


Die Bewertung des Helms erfolgt zunächst nach historischen Gesichtspunkten, d.h. die Oculi werden nur dann vergeben, wenn der Helm zeitlich, regional und sozial zum dargestellten Ritter paßt. In einem zweiten Schritt werden davon unabhängig Punkte für das Handicap des jeweiligen Helmes verteilt. Reitet z.B. ein Ritter mit einem Helm, der erst über 100 Jahre nach seiner Zeit belegt ist, werden ihm keine Punkte für die historische Korrektheit, wohl aber für das Handicap des jeweiligen Helmes erteilt. Ist der Helm aber auch historisch korrekt, so erhält der Ritter sowohl dafür Oculi, als auch für das jeweilige definierte Handicap des Helmes. Hierfür werden die Helme historisch unabhängig in vier Kategorien unterteilt (siehe Auflistung). Ein Topfhelm (auch Kübelhelm) darf nur einen Sehschlitz von maximal 2 cm haben (ansonsten werden hierfür weniger Punkte vergeben). Alle Helme, die diesem Topfhelm in ihrem Handicap vergleichbar sind, werden mit sechs Oculi bewertet. Zu der darunter stehenden Kategorie zählen alle Helme, die geschlossen sind, aber ein geringeres Handicap als der Topfhelm aufweisen. Die offenen Helme werden nochmals unterteilt, je nachdem, ob sie das Gesicht völlig offen lassen oder nicht (z.B. Nasalhelm). Helme, die zwischen diesen Kategorien liegen, können mit entsprechend mittleren Punktzahlen gewertet werden. Der Handicap-Wertung der Helme sind selbstverständlich auch Grenzen gesetzt, d.h. Helme, die außerhalb der mittelalterlichen Ritterschaft anzusiedeln sind (z.B. griechische, römische, frühmittelalterliche etc. Helme und Helme, die nur von Fußkämpfern getragen wurden), werden auch nicht mit Handicap-Punkten gewertet.Zurück zur Tabelle 1: Helme.
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Das Kettenmaterial

Kettenhaube


(oder Kettenkapuze, Panzerkapuze) Die Oculi sind nur dann zu vergeben, wenn es sich um ein eigenes vom Helm losgelöstes Rüstungsteil handelt, oder aber als Panzerkapuze am Kettenhemd befestigt ist, in beiden Fällen also ein Kopfteil enthält. Ein zeitlich korrekter Panzerkragen kann mit einem Oculus bewertet werden. Hierüber entscheidet das Turniergericht.
Kettenhemd
Der Einfachheit halber wird das Kettenhemd nur nach seinem Handicap bewertet, wobei dem Basiswert für ein kurzes Kettenhemd mit kurzen Ärmeln weitere Punkte für lange Ärmel und/oder weitere Länge (ca. Knielänge) hinzugefügt werden können, so daß der höchste Wert neun Oculi beträgt. Alle Längen werden selbstverständlich relativ nach der Größe des Kettenhemd Trägers bemessen. Panzerstrümpfe müssen ein eigener Gegenstand sein, d.h. nicht als Verstärkung an der Kleidung angebracht sein.Zurück zur Tabelle 2: Kettenmaterial.
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Plattenbesatz


Armschienen, Beinschienen und Kacheln
Sie müssen jeweils ein eigener Gegenstand sein, d.h. nicht als Verstärkung an der Kleidung angebracht sein.Zurück zur Tabelle 3: Plattenbesatz.
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Waffen


Schild


In der Regel werden nur Dreieckschild-Formen (für 14./15. Jahrhundert auch Tartsche) entsprechend gewertet. Läßt sich die dargestellte Person jedoch mit einer anderen Schildform zeitgenössisch belegen (bei fiktiven Personen entsprechend einordnen), sollte dies schon in der Anmeldung vermerkt werden, damit es berücksichtigt werden kann. Der Schild muß nicht in den Exercitien getragen werden, kann jedoch Zusatzpunkte einbringen. Gelingt ein Anritt mit Schild, so erhält der Ritter dafür zwei zusätzliche Oculi. Beim Ringstechen und Helmschlagen gilt der Anritt als gelungen, wenn dabei mindestens ein Ring bzw. Helm richtig getroffen bzw. heruntergeschlagen wurde (d.h. Zusatzpunkte für den gesamten Anritt und nicht pro Ring bzw. Helm). Beim Saustechen muß entsprechend die Sau getroffen werden und beim Rolandsreiten mindestens eine volle Umdrehung gelingen, um die Zusatzpunkte für den Schild zu erhalten. Ist der Schild mit einem heraldisch/ historisch korrekten Wappen versehen, erhält der Ritter zusätzlich einen Oculus. Sollte es sich um eine historische Person handeln (fiktive Personen entsprechend einordnen), die nachweislich (sicher) kein Wappen auf dem Schild getragen hat, können keine Oculi für ein Wappen an dieser Stelle vergeben werden. Dies ist analog bei Waffenrock, Covertiure und Bannerlanze zu berücksichtigen. Siehe auch die Ausführungen zum Thema Wappen.Zurück zur Tabelle 4: Waffen.
Bannerlanze
Die Bannerlanze wird nur beim Einritt (und Ausritt) getragen. Sie muß in der Regel zur Erreichung der vollen Punktzahl das Wappen enthalten. Siehe hierzu auch unter Wappen.Zurück zur Tabelle 4: Waffen.
Schwert
Das gegürtete Schwert wird nur beim Einritt getragen, muß aber unbedingt in einer Scheide stecken. Trägt der Knappe beim Einritt das Schwert, erhält der Ritter nur einen Oculus.Zurück zur Tabelle 4: Waffen.
Ringstechlanze
Ebenfalls mitgeführt werden muß die Ringstechlanze mit einer Mindestlänge von 2 Meter ab Griff (Markierung), die der Ritter im Turnier verwendet.Zurück zur Tabelle 4: Waffen.
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Sonstiges


Covertiure

Es wird zwischen Covertiuren unterschieden, die das Pferd ganz verdecken, und solchen, die Kopf und Hals freilassen. Das Wappen (siehe dort) wird extra bewertet.Zurück zur Tabelle 5: Sonstiges.


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Wappen


Generell müssen die Grundregeln der Heraldik beachtet werden. Die Bewertung des Wappens ist daneben aber auch abhängig von der dargestellten Persönlichkeit. Handelt es sich z.B. um eine historische Persönlichkeit mit einem zeitgenössisch sicher belegtem Wappen, werden die entsprechenden Oculi für die (farblich korrekte) Wiedergabe dieses Wappens vergeben. Dies gilt auch dann, wenn dieses historische Wappen heraldisch falsch ist. Dies gilt ebenso bei fiktiven Persönlichkeiten, die historisch belegten Familien zugeordnet sind (z.B. ein nur „erdachter" Angehöriger eines historischen Familiengeschlechtes mit zeitlicher Festlegung). Erst aus späterer Zeit belegte Wappen können nicht vorbehaltlos übernommen werden. Übrigens enthalten die bei modernen Ritterturnieren gerne als Vorlage dienenden Miniaturen des Codex Manesse zahlreiche Phantasiewappen. Dies muß bei der Ausstattung historischer Persönlichkeiten unbedingt berücksichtigt werden. Bei der Darstellung fiktiver Persönlichkeiten muß das Wappen heraldisch korrekt sein, um die entsprechenden Oculi zu erhalten. Alle Besonderheiten sollten schon bei der Anmeldung zum Turnier extra vermerkt werden.